Forschung

Natürlich gibt es am KW-Institut nicht nur Vorträge und Seminare, sondern es wird auch fleißig geforscht. Über aktuelle Projekte der Dozierenden und die Forschung im Allgemeinen halten wir euch hier auf dem Laufenden!

01.10.2019 – Cognitive Style

Zum Oktober haben wir uns dazu entschieden, euch eine Studie vorzustellen, die sich damit befasst Teambildung so zu gestalten, dass eine effektivere Problemlösung möglich ist. Dieser Ansatz basiert auf der Annahme, dass sich jede Person in einem Spektrum wiederfinden kann, das den sogenannten „cognitive style“ näher beschreibt und verschiedene Teamzusammensetzungen einen verschiedenhohen Erfolg versprechen. Ein Extrem der Sprektrumsbandbreite ist Innovation, während das andere Ausmaß von Adaption bestimmt wird. Mithilfe des Kirton Adaptation-Innovattion Inventory (KAI), einem agentenbasierten Modellierungssystem, untersuchten die Forscher Samuel Lapp, Kathryn Jablokow und Christopher McComb in diesem Jahr die Problemlösungsleistung von Gruppen mit Mitgliedern unterschiedlicher kognitiver Stile. Verschieden ausgeprägtes Problemlösungsverhalten, aber auch die soziale Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern beeinflussen die Dynamik und letztendlich den Gesamterfolg des bearbeiteten Projekts.
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, was diese Studie bezüglich sinnvoller Teamstrukturen zu bieten hat, dann lest euch doch das folgende Paper durch:

KABOOM: an agent-based model for simulating cognitive style in team problem solving

Referenzen:

Lepp, S., Jablokow K., & McComb, C. (2019). KABOOM: An agent-based model for simulating cognitive style in team problem solving. Design Science, 5, E13. doi:10.1017/dsj.2019.12

01.08.2019 – Bilingual Benefits

Hi zusammen!
Um unsere monatlichen Einblicke in die Forschung weiterhin aufrecht zu erhalten, haben wir dieses Mal einen Artikel ausgewählt, der sich eingehend mit Bilingualismus beschäftigt. Sabourin und Vinerte (2019) untersuchen, inwiefern Bilinguale einen Vorteil bei Aufgaben, die kognitive Kontrolle erfordern, haben. Obwohl oft davon ausgegangen wird, dass Bilingualität sowohl Task Switching als auch Conflict Monitoring verbessert, sind diese Funde in der Forschung keineswegs einheitlich vertreten. Der Artikel, den wir euch vorstellen möchten, zeigt anhand linguistischer (Stroop Task) und nicht-linguistischer (Attention Network Test) Tasks, welche Effekte Bilingualität auf kognitive Kontrolle haben kann. Hierbei liegt der Fokus auf einer „einheitlich“ bilingualen Versuchspersonengruppe (mit monolingualer Kontrollgruppe) englischer Muttersprachler mit Französisch als Zweitsprache (L2). Unterschieden werden die bilingualen VP nach AoI (Age of Immersion, d.h. das Alter, in dem sie mit ihrer L2 in Kontakt gekommen sind). Sabourin und Vinerte besprechen eingehend, dass, obwohl sich ein Unterschied in der Performanz zeigt, die Effekte nicht stabil oder einheitlich sind.

Falls ihr Interesse an einer Vollversion dieses Artikels habt, ist hier der Link zum Weiterlesen.

Referenzen:
Sabourin, L., & Vinerte, S. (2019). Cognitive control among immersed bilinguals: Considering differences in linguistic and non-linguistic processing. Bilingualism: Language and Cognition, 22(3), 590-605. doi:10.1017/S1366728918000524.

01.07.2019 – Ist Lesen ein serieller oder paralleler Prozess?

Hey alle zusammen!
Nachdem unsere Website viel zu lange vor sich hin vegetiert hat, haben wir uns jetzt vorgenommen,
sie endlich wieder ein wenig aufleben zu lassen. Um sowohl unseren Studierenden als auch
potentiellen Studieninteressenten die Materie des Faches etwas näherzubringen, haben wir uns
entschlossen, euch jeden Monat ganz kurz einen kleinen Einblick in aktuelle Forschung zu liefern, die
uns momentan beschäftigt, oder euch über kognitionswissenschaftliche Konferenzen oder Events zu
informieren.
Diese kleine Tradition wollen wir direkt heute beginnen und dafür möchten wir euch einen kurzen
Artikel von Snell und Grainger (2019) vorstellen, in dem die Autoren sich mit der Frage beschäftigen,
ob Wörter beim Lesen seriell oder parallel verarbeitet werden. Während die traditionelle – und recht
intuitive – Auffassung davon ausgeht, dass Wörter in Sätzen seriell verarbeitet werden, behaupten
Snell und Grainger, dass die Idee der Parallelität zu schnell verworfen wurde und angesichts neuer
empirischer Befunde nicht mehr auszuschließen ist. Falls ihr euch für die Details interessiert, könnt ihr
euch den Artikel über untenstehenden Link genauer anschauen. Dort findet ihr außerdem kleine Tests,
die die Argumente der Autoren unterstreichen.

Link zum Artikel: https://doi.org/10.1016/j.tics.2019.04.006

Referenzen:
Snell, J., & Grainger, J. (2019). Readers Are Parallel Processors. Trends In Cognitive Sciences, 23(7), 537-
546. doi: 10.1016/j.tics.2019.04.006